KW 002 Wie redest du eigentlich mit dir?
Transkript
Körperwahrheiten.
In diesem Podcast geht es um Dich. Darum, was Dein Körper Dir erzählt, darum, wie Du mit Dir redest und wie alles zusammenhängt.
Hier spricht Marianne Brünninger.
Ich begleite Menschen in Bewegung – körperlich, mental und im Nervensystem.
Im Alltag, im Training und auf den Minitrampolinen.
In diesem Podcast geht es um Dich und darum, wie Du lernst, Deinem Körper wieder zuzuhören.
Du wachst morgens auf und der Kopf ist schon voll. To-do-Liste, Arbeit, Familie – alles läuft gleichzeitig.
Du kannst kaum anfangen, und innerlich geht’s los:
Der Tag ist heute ganz schön lang. Reiß Dich zusammen. Das muss heute laufen. Es darf nichts schiefgehen. Ich darf nicht schlapp machen. Ah, und abends sollte ich ja auch noch zum Sport gehen.
Solche Sätze sagst Du Dir nicht, weil Du böse mit Dir bist, sondern weil sie eingelernt sind.
Weil es in unserem westlichen System normal ist, zu funktionieren.
Weil irgendwann niemand mehr gefragt hat, wie es Dir wirklich geht.
Das ist übrigens auch eine Erfahrung, wenn ich mit Menschen im 1:1 zusammenarbeite.
Wenn ich versuche herauszufinden, was mein Gegenüber wirklich möchte, kommt oft Verzweiflung oder Frustration.
Weil es schwer ist, zu sagen: Was will ich wirklich?
Moment, Moment – das ist ja schön und gut mit dem Nervensystem.
Aber den meisten, die zu mir kommen, geht es erstmal darum,
fitter zu werden, schmerzfrei zu werden oder sich gesünder zu ernähren.
Vielleicht, um abzunehmen oder sich endlich wohlzufühlen im eigenen Körper.
Denn das Spiegelbild gefällt oft nicht.
Und Familie, Partner, Job – all das läuft weiter.
Das Nervensystem bekommt nie das Signal: Jetzt ist Schluss.
Vierter Punkt: Schlafmangel und spätes Wachsein.
Abends ist endlich Ruhe. Also Netflix, Mails, Wäsche.
Dein Gehirn fährt nicht runter, sondern bleibt im Reiz- oder Aktivierungsmodus.
Fünfter Punkt: Selbstkritik verkleidet als Motivation.
Morgen esse ich endlich gesünder. Ich sollte diese Rezepte ausprobieren. Ich müsste mehr trinken.
Das klingt positiv, ist aber Stress.
Denn Du packst noch mehr auf das, was ohnehin schon zu viel ist.
Es aktiviert Schuldgefühle und hält Dein System in Alarmbereitschaft.
Manchmal steckt da schon der Gedanke drin:
Werde ich es diesmal schaffen – oder wieder nicht?
Sechster Punkt: Fokus auf Kontrollieren statt Hinspüren.
Wenn Du mich schon mal erlebt hast, weißt Du: Dein Leben, Deine Regeln.
Wenn Du aber immer nur Regeln befolgst – neue Diät, neuer Trainingsplan –
vergisst Du, auf Deine Körpersignale zu hören.
Hunger, Müdigkeit, Überforderung – all das wird erst wahrgenommen, wenn Dein Körper schreit.
Und Schreien heißt in dem Fall:
Erschöpfung, bedenkliche Gesundheitswerte, längere Krankheitsphasen.
Jetzt kommt der Spoiler:
Alles, was ich Dir übers Nervensystem erzähle, ist grob gesagt.
In meinen Kursen Stop Self Care oder Echt Jetzt erkläre ich,
warum Mini-Übungen Sinn machen – damit Du das große Ganze verstehst.
Denn im Kern geht es immer darum, Dich besser mit Dir zu fühlen.
Zu verstehen, warum Sport oder Selbstfürsorge hinten runterfallen.
Ein kleiner Einblick in Dein Nervensystem:
Unter Stress schaltet Dein Körper in den Sympathikus-Modus.
Der macht Dich aktiv, wach, leistungsfähig.
Kreislauf hoch, Muskeln gespannt, Atmung schneller.
Das ist grundsätzlich gut.
Aber viele bleiben dort hängen – tagelang, wochenlang, manchmal jahrelang.
Der Gegenspieler, der Parasympathikus, kommt kaum mehr zum Zug.
Er sorgt für Verdauung, Schlaf, Erholung, Heilung.
Wenn Du meistens aktiviert bist, dauert es bis zu 24 Stunden, bis das System wieder ausgleicht –
bei chronischem Stress länger.
Da reichen keine fünf Minuten Sofa und kein Wellnesswochenende.
Dein Körper braucht Wiederholungen, Routinen, sichere Signale.
Frag Dich:
Wie redest Du in solchen Phasen mit Dir?
Hilfst Du Deinem Körper, runterzufahren – oder treibst Du ihn weiter hoch?
Wenn Du sagst: Ich darf jetzt einen Atemzug für mich nehmen,
aktivierst Du Dein Erholungssystem.
Wenn Du denkst: Dafür hab ich keine Zeit,
verstärkst Du Stresshormone wie Cortisol.
Deine Worte sind Biochemie.
Sie verändern Muskelspannung, Puls, Verdauung, Immunsystem.
Viele sagen: Ich bin erschöpft, kann aber nicht abschalten.
Das ist kein Charakterproblem.
Das ist ein Nervensystem, das gelernt hat, auf Alarm zu stehen.
Wenn Du dann frei hast – Urlaub, Wochenende – wirst Du krank.
Weil Dein Immunsystem plötzlich wieder darf.
Es holt nach, was lange pausiert war.
Das ist keine Schwäche, das ist Heilung.
Empathie heißt, wahrzunehmen, wie es jemand anderem geht –
und auch, wie es Dir geht.
Sie sitzt im präfrontalen Cortex.
Bei Stress wird dort weniger durchblutet.
Du verlierst das Gefühl für Dich –
nicht, weil Du zu viel denkst, sondern weil Dein Körper Ressourcen spart.
Er hält Dich im Überlebensmodus.
Das Gute: Du kannst das ändern.
Und ja – vielleicht denkst Du jetzt schon:
Jetzt soll ich das auch noch machen.
Das ist Dein Nervensystem, das reagiert.
Mach einen Minischritt.
In Stop Self Care geht es genau darum:
Wenig tun, aber wirksam.
Du musst nichts vorbereiten, kein Buch lesen, keinen Kurs speichern.
Klick einfach auf Play und hör rein.
Oder jetzt gleich:
Bleib kurz stehen.
Spür Deine Fußsohlen.
Wie viel Druck gibst Du ab?
Wie tief atmest Du – flach oder tief?
Der nächste Atemzug gehört nur Dir.
Bewegung und Hinspüren fördern die Durchblutung.
Kleine Türöffner, damit Dein Parasympathikus merkt:
Ich darf da sein.
Wenn Du das heute einmal schaffst,
hast Du mehr für Dich getan als mit zwei Stunden Sport.
Es geht darum, Dir Deine beste Freundin zu werden.
Dein Körper ist Dein bester Freund.
Er will, dass Du Dich kümmerst.
Wenn Du Dich wiedererkennst – müde, getrieben, funktionierend –
nimm das nicht als Fehler,
sondern als Zeichen:
Ich will wieder in Balance kommen.
Du kannst das.
Nicht durch mehr Anstrengung,
sondern indem Du anders mit Dir redest.
Wenn Dir die Folge gefallen hat,
bewerte oder teile sie gern.
So finden mehr Menschen zu Körperwahrheiten.
Und wenn Du magst, trag Dich in mein Diarium ein:
Marianne schreibt.
Wissenswertes, persönliche Learnings und Einblicke,
die keinen Platz im Blog haben.
Direkt ins Postfach – nur, wenn es wirklich was zu sagen gibt.
Den Link findest Du unten in den Shownotes.
Deine Marianne.